Las Vulvas: Feministen-Kulturhaus

Man stellt schnell fest, wenn man in einen Raum der Träume eintritt. Nicht der Traum wie die Sehnsucht, sondern eine reelle Projektion von dem was man von dieser Welt erwartet. Es ist unmöglich nicht die Energie eines Ortes zu spüren, mit der sie geträumt wurden und genau deswegen tragen sie etwas erleuchtendes mit sich, so als ob sie einen Schritt näher an die Utopie gerückt wären. Das Kulturhaus “Las Vulvas” ist so ein Ort. Im Herzen Pelotas, lediglich ein paar Blocks von der Stadtmarkt entfernt, öffnet ein historisches Gebäude seine Türen für die Bevölkerung, ein gemütlicher und andersartiges Haus. Das Haus ist schön und es gibt Möbel, Dekoration und ein kleiner Garten, alles von den Projektleiterinnen Ana Claudia Godois und Cássia Camila Cavalheiro selbst gemacht. Das Kulturhaus ist unabhängig und gemeinnützig. Mit dem Vorsatz über Gender Beziehungen zu reflektieren und die weibliche Rolle zu stärken werden von Gesprächsrunden über Workshops bis hin zu Auftritten und Ausstellungen verschiedene Aktivitäten angeboten. Aber weil es ein feministisches Kulturzentrum ist bedeutet das nicht dass die Männer nicht Willkommen sind. Das Zentrum ist auch für euch Männer, doch respektiere die Frauen und unterbrich sie nicht. Und warum ist dieser Ort so besonders? Das Kulturhaus ist etwas andersartiges in der ganzen Stadt, denn im gegensatz zu den den anderen Museen und Kulturhäusern der Stadt wird ein offener Dialog mit lokalen, sozialen Angelegenheiten geführt und die Türen werden für Kulturproduktionen aus den Randbezirken geöffnet und die Räume werden für wichtige Diskussionen - nicht nur zum Thema Frauen - mit Themen wie Diskriminierung und Rassismus zur Verfügung gestellt. Als wir nach Pelotas weitergefahren sind waren uns sicher, dass wir auf den richtigen Ort gestoßen sind und wissen jetzt, dass wenn man auf das setzt woran man glaubt man man an eine neue mögliche Welt näher heran kommt. Durch zuhören und austauschen von Empathie zeigt das Kulturhaus, dass es mit viel Kraft und Hingabe möglich ist um neue Möglichkeiten zu nutzen, um sich mit der Stadt, den Menschen und den Ideen zu verknüpfen.